WISSEN IST MATT!

Der kostenlose SCHACHBRIEF liefert Ihnen Monat für Monat kleine Geschichten aus der großen Welt des Schachs und wir verraten, was hinter den Kulissen bei ChessBase passiert...

Jetzt den Schachbrief abonnieren

Bitte geben Sie Ihre Email Adresse ein.

 



 
SCHACHBRIEF im April 2010

Lieber Schachfreund,

an den Brettern der Welt und bei uns bei ChessBase passieren Dinge, die jeden Schachbegeisterten interessieren. Ich möchte Ihnen in Zukunft, wann immer es Neuigkeiten gibt, davon erzählen, zum Beispiel...

Aus dem Turniersaal

Die Schachsaison beginnt seit Jahren immer mit einem der Jahreshöhepunkte - dem Corus-Turnier in Wijk aan Zee. Eigentlich sind es drei hochinteressante Turniere. Als Favoriten des A-Turniers musste man wohl Carlsen, Anand und Kramnik ansehen. Doch dann war es Alexei Shirov, der mit 5 aus 5 durchstartete und allen die Show stahl. Der Spanier schien auf dem Weg zum Turniersieg zu sein, doch dann verpatzte er seine Gewinnstellung gegen Anand - verlor die Partie - und verpasste gegen Kramniks Russische Verteidigung eine Gewinnmöglichkeit und teilte den Punkt. Schließlich gab er in der letzten Runde gegen Dominguez in Gewinnstellung remis.

Shirov, A.- Dominguez Perez, L.

30. ... Bg7 (Richtig war 30... Le5=) und remis. Shirov übersah die Möglichkeit 31. b4! und nun 31...Qc7 32. Qa8+ Bf8 33. Rf1 und gewinnt.

Ein halber Punkt mehr und Shirov wäre zumindest Co-Sieger gewesen. So wurde Carlsen Erster. Zufrieden war der Norweger mit seinem Spiel aber nicht. Anand spielte verhalten, aber nicht so schlecht wie vor seinem letzten WM-Kampf beim Turnier in Bilbao. Mit +2 am Ende war der Weltmeister unter den gegebenen Umständen nicht ganz unzufrieden. Die B-Gruppe gewann recht souverän Anish Giri. Das nepalesisch-russische "Wunderkind" mit niederländischem Pass könnte sehr bald in Carlsens Fußstapfen treten.

In der aktuellen Ausgabe des ChessBase Magazins (April 2010, Nr. 135) findet man Audio-, Video-, und geschriebene Kommentare u.a. von Anand, Carlsen, Kramnik und Shirov.

Fast zeitgleich zum Corus-Turnier fand in Gibraltar das Gibtelecom-Masters statt, ein Open in attraktiver Umgebung und mit einem ebenso attraktivem Preisfonds. Die Norweger nahmen mit einer Riesendelegation teil, darunter auch Magnus Carlsens Schwester Ingrid. Am Ende lagen mehrere Spieler gleichauf. Unter den besten vier wurde ein Stichkampf organisiert, den Michael Adams gewann.

Geographisch nicht zu weit entfernt von Gibraltar wurde im Februar das nächste Turnier ausgetragen - in Linares. Hier zeigte der WM-Herausforderer Veselin Topalov, dass ihn der kommende Wettkampf um die Weltmeisterschaft in keiner Weise hemmt. Er gewann souverän, auch wenn er auf dem Weg zum Turniersieg zwischendurch von Alexander Grischuk kurz abgebremst wurde.

Anfang März ging es für viele Spitzenspieler bei der Europameisterschaft in Rijeka weiter. Bei diesem großen Open nehmen von den Topspielern diejenigen teil, die sich für den World Cup qualifizieren möchten, aber nicht durch eine hohe Elozahl vorgemerkt sind - insgesamt waren es über 400 Spieler sowie über 160 Spielerinnen bei der Fraueneuropameisterschaft. Nach wenigen Runden beschwerten sich die Spieler mit einer Petition über die rigide Handhabung der Anwesenheitspflicht zum Rundenbeginn. Wer bei Partiebeginn nicht am Brett war, wurde genullt. Da einige Spieler recht weit weg vom Turniersaal untergebracht waren, gab es jede Runde einige Verspätungsopfer. Da die Regel aber bereits zu Anfang des Turniers angewendet wurde, konnte sie im Nachhinein nicht mehr geändert werden.

Mit Ian Nepomniachtchi (20) setzte sich in dieser Massenveranstaltung ein sehr junger Spiel durch. In der letztlich entscheidenden Partie gegen den härtesten Mitkonkurrenten um den Titel, Baadur Jobava, wählte der Russe gegen Jobavas Caro-Kann Verteidigung die so genannte Fantasy-Variante: 1.e4 c6 2.d4 d5 und 3.f3. Diese unterschätzte Nebenvariante bietet Weiß die Möglichkeit, den Schwarzspieler aus seinen Caro-Kann-Schablonen zu werfen und dem Spiel auf zumeist wenig erforschtem Gebiet seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Die Variante war auch Thema einer ausführlicheren Betrachtung in den letzten drei Ausgaben des ChessBase Magazins. Bei der Europameisterschaft stand sie mehrfach auf dem Brett.

Nepomniachtchi-Jobava und Fantasy auf der Euro...

Bei der Europameisterschaft der Frauen siegte die Erfahrung in Gestalt von Pia Cramling. Die zierliche Schwedin ist ein Urgestein des Frauenschachs und hat als eine der ersten Frauen überhaupt regelmäßig bei Turnieren mitgespielt.


Training:

In den letzten Wochen sind wieder eine Reihe von Trainings-DVDs im Chessmedia-Format erschienen. Die Vorteile dieses Formats für das eigene Eröffnungsstudium liegen auf der Hand. Statt selber mit Hilfe von Datenbank-Statistiken und Engines den richtigen Weg zu suchen, lassen Sie sich diesen einfach von Experten zeigen. Wer kennt z.B. die Idee, mit 5.g4 die Philidor-Verteidigung anzugreifen besser, als ihr Erfinder Alexei Shirov selbst? Im Unterschied zu Büchern, hat das Chessmedia Format den Vorteil, kompakter und einprägsamer zu sein. Die DVDs sind dabei im Grunde nichts anderes als Trainingslektionen mit einem Schachtrainer, der hier auf dem Bildschirm erscheint - und zwar so oft man will.

Neue DVDs:

Offene und Halboffene Spiele

Andrew Martin Spanish Exchange Variation
Der sehr erfahrene Schachtrainer und viel beschäftigte Autor Andrew Martin erläutert auf dieser DVD die Abtauschvariante der Spanischen Partie, mit deren Hilfe man sich nicht nur aller gefährlicher Spanischen Varianten entledigt, sondern auch noch einen strategische Gewinnstellung erreicht - das Bauernendspiel ist für Weiß gewonnen. In englischer Sprache.
More information...
27,50

Lawrence Trent: Two Knight‘s Defence
Der englische IM zeigt den Stand im Zweispringerspiel. Zuletzt gab es dort einige theoretisch wichtige Partien.
In englischer Sprache.
More information...

27,50

Valeri Lilov The Sicilian Kan Variation
Der junge Bulgare Valeri Lilov ist neu im ChessBase Autorenstab. Innerhalb kürzester Zeit hat er sich auf dem Fritzserver mit seinen Trainingslektionen eine ansehnliche Fangemeinde aufgebaut - ein guter Grund, auch eine Trainings-DVD aufzunehmen. Hier stellt er die Sizilianische Kan-Variante vor, die sich durch besonders große Flexibilität auszeichnet. In englischer Sprache.

More information...
27,50

Nigel Davies  French Defence Strategy
Nigel Davies demonstriert Pläne und Strategien in den Strukturen der Französischen Verteidigung. In englischer Sprache.
More information...

29,90

Thomas Luther: Französisch 1 - 2. Auflage
Die erfolgreiche DVD des mehrfachen deutschen Meisters und Französisch-Experten GM Thomas Luther in erweiterter und aktualisierter Neuauflage. Band 1 behandelt Vorstoßvariante, Geschlossene Variante und Nebensystem. In deutscher Sprache.

Mehr Information...

29,90

Thomas Luther: Französisch 2 - 2. Auflage
Erweiterte und aktualisierte Auflage des 2. Bandes mit den Systemen nach 3.Sc3 (Winawer, Klassisch, Rubinstein) und 3.Sd2 (Tarrsch-Variante). In deutscher Sprache.

Mehr Information...

29,90

Geschlossene Spiele

Nigel Davies  Build a 1.d4 Repertoire
Diese Idee zeigt, wie man mit Damenbauerspielen wie Torre-Angriff oder Colle-System nach 1.d4 zu gut spielbaren Positionen kommt, ohne die Theorie der Hauptverteidigungen gegen 1.d4 kennen zu müssen. In englischer Sprache.
More information...

27,50

Valeri Lilov The Queen’s Gambit accepted
Auf dieser Repertoire-DVD zum Angenommenen Damengambit stellt Valeri Lilov zwei Pläne vor (a6, b5, Sbd7, Lb7 und Lg4) mit denen man als Schwarzspieler frühzeitig um die Initiative kämpfen kann.
More information...
€ 27,50

Nigel Davies: A busy person’s opening system
Schacheröffnungen für Spieler, die keine Zeit für das Studium von Eröffnungstheorie haben: Der frühere englische U21-Meister erläutert, wie man dem Aufbau d6,c6 und später e5 bzw. d3,c3 und später e4 mit Weiß gut spielbare Stellungen bekommt. Die österreichische Spitzenspielerin Eva Moser, ebenfalls Anhängerin von Philidor im Anzug, formulierte es einmal so: "Spanisch ist Philidor im Anzug, wo der weißfeldrige Läufer auf einem komischen Feld steht."
In englischer Sprache.
More information...

27,50


Hinter den Kulissen: Bologan, Umzug, Shirov, Short

ChessBase ist umgezogen. Seit ewigen Zeiten befand sich der Firmensitz in einem etwas schmucklosen Plattenbau in der City Nord. Dort hatte die Firma vor vielen Jahren schon einmal innerhalb eines Gebäudes die Räume gewechselt - überraschenderweise hatte diese eine komplette neue Postadresse, sogar mit neuem Straßennamen in der Anschrift zur Folge.


Das ChessBase-Büro war rechts, in dem hell-roten Haus, oberster Stockwerk, hinter den Fenstern links.

Eine Reihe von Gebäude der City Nord sind nämlich über eine Fußgängerplattform verbunden und beziehen ihre Adressen von irgendwo außen liegenden Straßen. Verwirrt blickende umherirrende Passanten, die sich wunden, dass der Eingang 25 neben dem Eingang 35 liegt und gleich gegenüber noch ein Eingang 35 ist, gehören zum alltäglichen Bild in der City Nord.

Ich werde besonders den Lastenaufzug vermissen. An den Zielknöpfen standen folgende Bezeichnungen T, Z, E, 1. Ist doch klar, oder? Von der Benutzung des Fahrstuhls am Freitag Nachmittag war abzuraten, es sei denn, man hatte am Wochenende keine Termine und kann sich über längere Zeit selbst beschäftigen. Gelegentlich verhakten sich nämlich die Rolltüren des Gefährts.


Aufzug des Grauens (re.)

Einmal befreite ich einen UPS-Boten, der bei E ausgestiegen war, was ihn aber in einen Lagerraum führte, für den er den Schlüssel der Ausgangstür nicht besaß. Der Aufzug war inzwischen hinter ihm weg gefahren und kam auch nicht wieder. Im Stockwerk darunter hatte jemand die Aufzugtüren offen gelassen.

Anfang Februar hat der Aufzug dann zum letzten Mal Sachen von ChessBase befördert - allerdings zuverlässig und klaglos.


Pascal Simon und Steffen Giehring räumen das Lager leer


Datensicherheit ist Chefsache: ChessBase-CEO Matthias Wüllenweber zerstört mit Hammer und Meißel alte Festplatten, um vor dem Wegwerfen alle (geheimen) Daten zu vernichten.

Nun sind wir etwas weiter südlich vom Hamburger Stadtpark zu finden. Einen Lastenaufzug gibt es nicht mehr. Das ChessBase-Büro liegt im Erdgeschoss.

Der letzte Gast in unserem alten Aufnahme-Studio war der moldawische Großmeister Viktor Bologan.


Viktor Bologan und André Schulz zeigen dem Fotografen, was sie von seinen Fotos halten

Im letzten Sommer hatte er bereits DVDs zu den Gebieten Königsindisch und Caro-Kann aufgenommen, zwei Eröffnungen aus seinem eigene Repertoire. Bologan verfolgt ein anderes Konzept bei der Vorstellung der Eröffnungen. Analog zu klassischen Eröffnungsbüchern stellt er nur die Eröffnungszüge der Musterpartien vor und bricht die Partie dann an geeigneter Stelle ab. Das hat den Vorteil, dass man mehr Varianten zu sehen bekommt. Den Nachteil, dass man nun die Partie nicht als Ganzes zu sehen bekommt, findet Bologan nicht schlimm. Nun nahm Bologan außerdem noch DVDs zur Philidor-Verteidigung und zur Sizilianischen Rossolimo-Variante auf. Erstere ist eine unterschätzte, aber vollwertige und vor allem abgeschlossene Verteidigung gegen 1.e4 (über den Weg 1.e4 d6 2.d4 Sf6 3.Sc3 e5), letztere bietet die Möglichkeit, als Weißspieler Sizilianisch-Partien einen eigenen positionellen Stempel aufzudrücken.


Viktor Bologan  The King’s Indian
Ein komplettes Schwarz-Repertoire in der Königsindischen Verteidigung basierend auf Bologans eigenem Königsindisch-Repertoire.

More information...

27,50

Viktor Bologan  The Caro-Kann
Bologans Caro-Kann-Repertoire, basierend auf der Variante 4...Lf5 und langer Rochade (klassisch).

More information...

27,50

Der erste Gast im neuen Studio in den neuen Büroräumen war Alexei Shirov. Außer seinen Besuchen bei ChessBase gibt es für den gebürtigen Letten noch bessere Gründe, regelmäßig nach Hamburg zu reisen. Seine Tochter lebt nämlich hier. Diesmal befand sich der "Fire on Board"- Künstler zudem auf der Durchreise nach Heidelberg, wo er für Baden-Baden im Bundesliga-Spitzenspiel gegen Werder Bremen antrat. Im neuen Studio hinterließ er vier im Chessmedia-Format kommentierte Partien aus dem Corus-Turnier. Diese sind in der April-Ausgabe des ChessBase Magazin (Nr. 135) zu sehen.

ChessBase Magazin 135

Bald nach Shirov kam Nigel Short zu Besuch und nahm im Verlauf von einer Woche zwei DVDs mit seinen besten Partien auf. Der WM-Herausforderer von 1993 ist eine ständig sprudelnde Quelle für Geschichten, Anekdoten, Erlebnisberichten oder sonstigen Informationen zur Ereignissen rund ums Schach. Auch zwischen den Aufnahmen blieb noch genug Zeit, den staunenden Zuhörern im ChessBase-Büro von diesem oder jenem Vorfall zu berichten. Dabei nimmt das einstige Wunderkind bekanntermaßen kein Blatt vor den Mund.


Nigel Short erzählt lustige Geschichten von seiner Vorbereitung im Kandidatenkampf gegen Karpov (li. André Schulz, re. und Oliver Reeh)


Autogramm an der Bilderwand. Wer bin ich denn hier...?

Seine DVDs werden sicher einiges an Unterhaltung bieten, aber vor allem ist Short ein geistreicher Spieler mit verblüffend guten Fähigkeiten, Ideen hinter den Zügen verständlich zu erläutern. Ein Höhepunkt war sicher auch sein Auftritt in der TV ChessBase Show, wo er eine Partie aus seinem Kandidaten-Wettkampf gegen Karpow erläuterte und außerdem an der E-Gitarre brillierte.



Short ist auch an der Gitarre ein Meister und spielt alles von Led Zeppelin bis Bach

TV ChessBase, zahlreiche Live-Kommentierungen - z.B. während des kommenden Weltmeisterschafts-Wettkampfes zwischen Viswanathan Anand und Weselin Topalov -, Trainingsstunden und gelegentlich auch Simultanangebote auf dem Fritzserver können Sie dann verfolgen, wenn Sie "Premiummitglied" sind. Diese Mitgliedschaft kostet knapp 50 Euro im Jahr. Wer Fritz 12 oder den neuen Deep Fritz 12 besitzt, hat damit auch eine Seriennummer für die Jahres-Premiummitgliedschaft erhalten.

Für alle, die per Post schlecht zu erreichen sind, gibt es nun auch eine Download-Version von Deep Fritz 12. Diese Version unterscheidet sich im Umfang der mitgelieferten Datenbank und des Eröffnungsbuches und ist nur mit bestimmten Online-Bezahlsystemen zu bestellen, enthält aber ebenfalls eine Premiumseriennummer.

Deep Fritz 12 Download-Version...


In Vorbereitung:

Rybka 4

In der aktuellen Ausgabe des ChessBase Magazins gibt Vasik Rajlich im Interview einen Ausblick auf die mit Spannung erwartete neue Rybka-Version. Verblüffend: Damit aus Rybka 3 Rybka 4 wird, werden 3000(!) verschiedene Testversionen ausprobiert. Rybka 4 erscheint voraussichtlich im Mai 2010.

Bis zum nächsten Mal und viel Spaß beim Anschauen und Spielen!

Ihr André Schulz

 

 


ChessBase Schachprogramme Schachdatenbank Verlagsgesellschaft mbH
Sitz der Gesellschaft: Mexikoring 35 - 22297 Hamburg
Telefon: 040-63 90 60 0 - Fax: 040 630 12 82
Geschäftsführer: Matthias Wüllenweber und Rainer Woisin,
HR Amtsgericht Hamburg HRB 40336
UST-ID-Nr. DE 118644875 Finanzamt Hamburg-Nord - St.-Nr. 26/834/00362

Fritz 12


schach.de

ChessBase Light 2009

Download ChessBase Light 2009